Buchvorstellung Wie Juden leben

Buchtipp zum Pessachfest Israel M. Lau, Wie Juden leben. Glaube, Alltag, Feste, 2. Auflage, Gütersloh 1990, 395 Seiten.

Post tagged under
Buchvorstellung
Buchtipp zum Pessachfest "Wie Juden leben - Glaube Alltag Feste" von Israel M. Lau

Anlässlich des anstehenden Pessachfestes, das am 1. April dieses Jahr beginnt, stellt Bea Zucker ein Buch über das alltägliche Leben der Juden vor.

Was sind Tefilin? Wozu braucht man einen Tallit mit Zizit? Und wie feiern Juden den Schabbat und ihre Festtage? Vor vielen Jahren schon verfasste Israel Meir Lau, der Oberrabbiner von Tel Aviv, sein Buch „Wie Juden leben. Glaube, Alltag, Feste“, um genau diese Fragen zu beantworten. Das Standardwerk entstand in einer Zeit, als sich vor allem junge Menschen nach seinen Vorträgen an ihn wandten und ihn fragten: Wer sind wir? Was sind die Wurzeln unseres Judentums und wie drückt sich unser Judentum aus?

Buchtipp zum Pessachfest Wie Juden leben
Buchtipp zum Pessachfest Wie Juden leben

In seinem Buch legt Rabbiner Lau darum seinen Fokus auf die wichtigsten halachischen Grundsätze. Der hebräische Begriff „Halacha“ bedeutet sinngemäß: „der Weg, auf dem man geht“ und so soll auch die Halacha selbst ein Leitfaden sein für das tägliche Leben eines Juden. Sie ist das Ergebnis der Lehren aus der Tora und in ihr finden sich Regelungen vom wöchentlichen Ruhetag, den Festen bis hin zu Geboten, die die Beziehungen der Menschen untereinander und zu ihrer Umgebung betreffen. Bis in unsere heutige Zeit hinein wird sie von Rabbinern an die Bedürfnisse des jeweiligen Zeitalters und der jeweiligen Generation angepasst.

Alles über jüdisches Leben
Alles über jüdisches Leben

Das Buch ist in fünf Kapitel aufgeteilt, die nahezu alle Aspekte eines jüdischen, streng orthodoxen Lebens berücksichtigen. Das erste Kapitel behandelt nach den Worten von Lau, „die Bedürfnisse der Seele.“ Darin finden wir Segenssprüche und Gebete, die den Gläubigen durch den Tag begleiten, aber auch Abschnitte darüber, wann orthodoxe Juden z. B. ihren Tallit („Gebetsmantel“) tragen sollen, welche Bedeutung die Mesusa am Rahmen der Türöffnung hat und wie man seine Gebetsriemen (Tefilin) anlegt.

Im zweiten Kapitel geht es um die Ernährung, um das Verhalten vor und nach den Mahlzeiten und um die Vorschriften der Kaschrut (jüdische Speisegesetze). Lau behandelt an dieser Stelle u.a. auch Fragen zu Geboten, die heute nicht so ohne weiteres mehr zu befolgen sind, wie etwa die Abgabe des Zehnten an die Leviten, den Umgang mit den Landböden in Israel, dem sog. Schabbatjahr (Schmitta) und dem damit verbundenen Schuldenerlass.

Chag Pessach Sameach!
Chag Pessach Sameach!

Das dritte Kapitel bringt uns die Bedeutung des Schabbats näher. Welche Vorbereitungen müssen für eine Schabbatfeier getroffen werden? Welche Gebete sind hier wichtig und welche Vorschriften sind zu beachten? Anschließend folgt ein ausführlicher Überblick über die jüdischen Festtage, wie zum Beispiel Pessach, einem der wichtigsten Feste im Judentum, das in diesen Tagen wieder weltweit von der jüdischen Gemeinschaft gefeiert wird und an den Auszug aus Ägypten erinnern soll. Lau erklärt uns an dieser Stelle auch den jüdischen Kalender, an dem sich alle religiösen Feste sowie die säkularen Feiertage im Staat Israel orientieren. Er zeigt uns u.a., wie das Datum der Festtage bestimmt wird und was es mit der sog. „Neumondweihe“ auf sich hat.

Im letzten Kapitel behandelt Lau Themen des familiären Lebens, wie etwa Beschneidung, Bar Mizwa und Bat Mizwa, Verlobung, Ehevertrag (Ketubba) und Hochzeit, aber auch rituelle Reinigungsvorschriften für die Familie, die Bedeutung der Mikwe sowie das Verhältnis des Judentums zu Tod und Sterben.

Mit seinen grundlegenden Informationen über das Judentum wird das Buch von Lau damit zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk zu allen Bereichen jüdischen Lebens. Im Anhang finden sich zudem ausführliche Quellenangaben der zitierten Stellen aus der Halacha, eine Auflistung der verwendeten Bibelstellen sowie ein Verzeichnis der hebräischen Begriffe. Nach den Worten von Rabbiner Lau ist das Buch damit nicht nur für Juden hilfreich, die sich neu auf den Weg des Glaubens machen möchten, sondern auch für Christen geeignet, die das Judentum kennenlernen wollen.

Das Buch ist ausleihbar in der Arnold und Friederike Isenberg Bibliothek.

Einladung zur Isenberg Bibliothek
Einladung zur Isenberg Bibliothek