Führung durch das Dorf zum jüdischen Leben in Rexingen
Von guten Nachbarn, schlechten Zeiten und der Liebe zur verlorenen Heimat
- Expired
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Event date SUN 06.09.2026
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Event time 14:00 Time
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Event venue Former Synagogue Rexingen
- Address
- Former Synagogue Rexingen
Freudenstädter Str. 16
72160 Horb-Rexingen
Find route - Admission
- frei, um Spenden wird gebeten
- Registration
- kontakt@ehemalige-synagoge-rexingen.de oder Tel. 0157 3116 4886
- Organizer
- Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen e. V.
- Notes
- Treffpunkt an der Ehemalige Synagoge
Führung mit Kopfhörer/Headset (ohne Friedhofsbesuch)
Ausgehend von der ehemaligen Synagoge führt der Rundgang durch das „Unterdorf“, wo einst die meisten jüdischen Familien lebten. Stationen sind das alte Schulhaus mit gemeinsamem Unterricht für jüdische und christliche Kinder, frühere Viehhändlerhäuser und große Geschäftshäuser jüdischer Händler. Unterwegs erinnern Stolpersteine an die Zeit der Ausgrenzung und Verfolgung. Zeitzeugenberichte lassen das frühere jüdische Leben lebendig werden. Erstmals führt unser Rundgang auch in das Rexinger Rathaus. Dort erhalten wir einen Einblick in die historische Jahrgerichtsordnung der Johanniter, in der auch Vorschriften für die jüdische Bevölkerung festgehalten wurden. Anhand einzigartiger hebräischer Eheverträge – Ketubot – zeigen wir außerdem, wie jüdische Frauen durch traditionelle Ehevereinbarungen rechtlich und wirtschaftlich abgesichert wurden. Ein besonders eindrücklicher Ort ist die ehemalige Arrestzelle. Hier mussten einige jüdische Rexinger die Nacht verbringen, bevor sie am nächsten Tag deportiert wurden. Der Ort macht die Entrechtung und Verfolgung unmittelbar erfahrbar und erinnert an die Menschen, deren Leben von einem Tag auf den anderen zerstört wurde.
Das Motto zum diesjährigen Europäischen Tag der Jüdischen Kultur lautet „Liebe“. Daran anknüpfend werden wir bei unserem Rundgang verschiedene Formen der Liebe thematisieren: die Liebe zwischen Eltern und ihren Kindern, die Eltern dazu brachte, ihre Kinder allein auf eine Reise ins Ausland zu schicken, um sie vor den Nationalsozialisten zu retten. Die Liebe zwischen Ehepartnern, die sich in den Ketubot widerspiegelt. Die Liebe zur Heimat, die Menschen auch unter schwierigsten Bedingungen bewahrten. Und schließlich die Liebe zur verlorenen Heimat, die bis heute Nachkommen ehemaliger jüdischer Familien nach Horb und Rexingen führt. So verbindet der Rundgang historische Orte und Dokumente mit persönlichen Geschichten – und zeigt, dass jüdisches Leben nicht nur von Verfolgung und Verlust erzählt, sondern auch von Familie, Zusammenhalt, Hoffnung und Liebe.