Jüdischer Friedhof Horb

Angelegt 1903 - letzte Beisetzung 1952

Der Friedhof liegt in Neckartal zwischen Horb und Mühlen
Adresse
Mühlener Straße
72160 Horb (Kernstadt)
Route finden
Öffnungszeiten
Nach Vereinbarung
Samstags geschlossen
Führungen/Besichtigungen
Führung nach Anfrage möglich
Hinweise
Mit Hilfe des Horber NABU konnte der Friedhof wieder zugänglich gemacht werden. Heute wird er regelmäßig von Schülerinnen und Schülern der Realschule Horb gepflegt.

Über den Friedhof

Der Horber Friedhof ist der jüngste unter den sechs jüdischen Friedhöfen der Großen Kreisstadt Horb am Neckar. Er umfasst 75 Grabstätten, darunter einige Doppelgräber. Die erste Beerdigung erfolgte 1904, die letzte 1952.

Geschichte des jüdischen Friedhofs Horb

1903 kaufte die jüdische Gemeinde von der Stadtgemeinde Horb das Grundstück an der Gemarkungsgrenze zu Mühlen und errichtete dort ihren Friedhof. Er liegt etwas oberhalb der Straße nach Mühlen auf der linken Seite. Eine kleine Leichenhalle nahe am Eingang wurde vermutlich 1938 zerstört. Auch wurden Namenstafeln zerschlagen, Grabsteine umgeworfen und vom Friedhof gestohlen.

Aufnahme des Friedhofs von 1933, noch mit Aussegnungshalle
Aufnahme des Friedhofs von 1933, noch mit Aussegnungshalle

Heute ist er im Besitz der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs. Die Pflicht zur Pflege und zum Unterhalt liegt bei der Stadt Horb. 2003 wurde auf dem Friedhof ein Gedenkstein aufgestellt, der an die jüdische Gemeinde in Horb und an die Ermordeten erinnert.

Gedenkstein mit den Namen der Ermordeten
Gedenkstein mit den Namen der Ermordeten

Anders als auf den wesentlich älteren jüdischen Friedhöfen in Horb findet man hier wenige Standsteine. Dem Zeitgeschmack entsprechend überwiegen schmucklose Granitsteine, oft in Obelisken- oder Stelenform. Auffällig sind die Doppelgräber für Ehepaare, die man sonst selten findet.

Grabstein: Regine und Lippmann Stern
Regine und Lippmann Stern. Lippmann Stern war der Gründer der Kleiderfabrik Stern und ein erfolgreicher Geschäftsmann in Horb. Seine Frau starb einen Tag nach ihm.
Grabstein: Bona und Josef Rosenfeld
Bona und Josef Rosenfeld. Sanitätsrat Dr. Josef Rosenfeld war praktischer Arzt in Horb und besuchte mit seiner Kutsche auch Patienten in den umliegenden Gemeinden.
Grabstein: Rosa und Louis Schwarz
Rosa und Louis Schwarz. Der Viehhändler Louis Schwarz aus Rexingen vermietete ein Stockwerk seines Hauses an die jüdische Gemeinde als Betsaal.

Bemerkenswert ist auch, dass die allermeisten der hier Begrabenen nicht in Horb geboren wurden, sondern aus den umliegenden Landgemeinden stammten.