Arnold & Friederike Isenberg Bibliothek
Bücher zu jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur
- Adresse
- Ehemalige Synagoge Rexingen
Arnold und Friederike Isenberg Bibliothek
(In der Ehemaligen Synagoge)
Freudenstädter Str. 16
72160 Horb-Rexingen
Route finden - Öffnungszeiten
- Sonntags 14 - 17 Uhr
Mittwochs 16 - 18 Uhr (nach Vereinbarung)
Telefon: 0157 3116 4886 - Hinweise
- Hilfe zur Suche im Bestand
Über den Bestand der Fachbibliothek für Judaica
Der Bestand der Fachbibliothek für Judaica enthält im Januar 2026 etwa 5.310 Medien zu folgenden verschiedenen Themenbereichen:
- A: Judentum allgemein
- B: Jüdische Kultur
- C: Jüdische Religion
- D: Schrift und Sprache im Judentum
- E: Israel
- F: Geschichte
- G: Antisemitismus, Rassismus
- H: Orte im deutschsprachigen Raum in alphabetischer Reihenfolge
- I: Bundesländer und Regionen im deutschsprachigen Raum in alphabetischer Reihenfolge
- J: Biografien
- K: Bücher für junge Menschen
- L: Juden und Christen
Während unserer Öffnungszeiten können Sie die gewünschte Literatur vor Ort lesen oder ausleihen.
Online-Suche im Bestand (Anleitung)
Die Arnold & Friederike Isenberg Bibliothek ist an den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB) angeschlossen, sodass Sie den gesamten Bestand auch online im K10plus-Verbundkatalog (Fachkatalog) oder auch im SWB-Online-Katalog (klassisch) (Gesamtkatalog) recherchieren können. Über die zuvor genannten Links zur Online-Suche ist unser Bibliothekssigel (Kennzeichnung) bereits eingestellt, sodass Sie direkt unseren Bestand einsehen können.
Um unseren Bestand zu durchsuchen, geben Sie im Suchfeld des Online-Katalogs stets unser Bibliothekssigel (Kennzeichnung) als Suchparameter ein:
[ sig:2830 ]
Wenn Sie unseren Bestand zum Beispiel nach einem bestimmten Titel durchsuchen wollen, geben Sie unser Bibliotheksigel gefolgt von einem weiteren Suchparameter zur Titelsuche ein:
[ sig:2830; tit:Ihre-Titelsuche ]
Achten Sie bei der Eingabe von mehreren Suchparamatern darauf, diese mit einem Semikolon "; " voneinander zu trennen.
Weitere Hilfestellungen zur Benutzung der Suche im Online-Katalog finden Sie auch im Hilfe-Wiki des SWB.
Benutzungsordnung
1. Ausleihe, Verlängerung, Vormerkung
- Die Ausleihfrist beträgt vier Wochen.
- Es können höchstens sieben Titel entliehen werden.
- Nicht ausleihbar sind Bücher ohne Signatur sowie alle Titel aus der Gesamtkategorie „Ac Lexika, Enzyklopädien, Nachschlagewerke“ .
- Die Bibliotheksaufsicht füllt das Ausleihformular vollständig aus.
- Der Nutzer bestätigt die Ausleihe per Unterschrift.
- Name und Anschrift sind anhand eines amtlichen Dokuments(Personalausweis, Reisepass, Führerschein oder eines sonstigen amtlichen Ausweises) von der Bibliotheksaufsicht zu überprüfen.
- Vor Ablauf der Leihfrist kann diese auf Wunsch des Benutzers verlängert werden, wenn keine Vormerkung für das entsprechende Medium vorliegt.
- Entliehene Medien können vorgemerkt werden.
2. Behandlung der Medien, Haftung
- Der Benutzer ist verpflichtet, die Medien sorgfältig und schonend zu behandeln. Der Verlust entliehener Medien ist der Bibliothek unverzüglich mitzuteilen.
- Für die Beschädigung oder den Verlust durch den Nutzer ist der Nutzer schadensersatzpflichtig.
- Mit seiner Unterschrift erkennt der Benutzer die Benutzungsordnung an.
Geschichte
Einen lang gehegten Wunsch konnten Vorstand und Beirat des Synagogenvereins mit dem Umbau des Gemeindesaals 2016 verwirklichen: die Einrichtung einer Bibliothek.
Seit vielen Jahren wurden dafür Bücher gesammelt, auch einige Nachlässe befanden sich schon im Fundus. Der von uns allen hochgeschätzte und schmerzlich vermisste Helmut Gabeli aus Haigerloch vermachte dem Synagogenverein den größten Teil seiner Fachbibliothek zu Judentum, deutsch-jüdischer Geschichte, Shoah und Israel.
Auch Bücher des 2010 verstorbenen Walter Looser-Heidger aus Rottweil sind Teil der Bibliothek geworden, und 2020 hat uns auch Sulzburg Sibylle Höschele eine große Anzahl Bücher aus ihrer privaten Bibliothek überlassen. Auch der ehemalige evangelische Pfarrer von Rexingen, Heiner Lang, hat uns vor Jahren viele seiner Bücher zum Thema christlich-jüdischer Dialog geschenkt. Zum selben Thema erhielten wir außerdem eine große Sammlung aus dem Gästehaus Haas in Freudenstadt. Von Hermann Schäffner aus Stuttgart kamen mehrere Bücherkisten u.a. zum Thema Israel.
Namensgeber Isenberg
Wer waren Arnold & Friederike Isenberg? (Rede von Barbara Staudacher anlässlich der Eröffnung der Arnold und Friederike Isenberg Bibliothek)
Bei den Überlegungen für einen Namen dachten wir recht schnell an die jüdischen Lehrer von Rexingen. Auf hebräisch heißt Schule Bet Sefer, Haus des Buches. Und wir wollten diesen Raum ja unter anderem in einen Bücher-Raum umwandeln, da schien uns der Bezug zum Lernen, das ja im Judentum eine große Rolle spielt, sehr passend.
Arnold Isenberg war der letzte jüdische Lehrer in Rexingen. Wir wissen nicht viel über ihn und über seine Frau Friederike. Sie kamen Mitte 1939 nach Rexingen. Die Stelle war frei geworden, nachdem der Lehrer Helmut Kahn nach England emigriert war. Viele Familien waren schon geflohen und es lebten zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige jüdische Kinder im Ort. Seit dem 10. November 1938 durften sie die Volksschule nicht mehr betreten und wurden im jüdischen Gemeindehaus gegenüber der Synagoge unterrichtet. Inmitten von Ausgrenzung und Verfolgung wurde damit für die Kinder ein Ort der Sicherheit und Anerkennung geschaffen.
Arnold Isenberg war vorher Lehrer im jüdischen Waisenhaus „Wilhelmspflege“ in Esslingen gewesen. Er stammte aus Pommern und hatte am Lehrerseminar in Hannover studiert. Seine Frau kam aus Pfeddersheim bei Worms. Nach der erzwungenen Schließung der Wilhelmspflege schickte ihn die jüdische Gemeinde in Stuttgart mit seiner Frau nach Rexingen.
Sie meldeten sich am 28. Juni 1939 auf dem Rathaus in Rexingen an und wohnten im Haus der Witwe Elsa Pressburger in der Lichtenbergstraße 26. Es gibt noch eine einzige persönliche Erinnerung an Arnold Isenberg. Als Anneliese Pressburger im März 1941 mit ihrem kleinen Bruder alleine die große Reise in die USA antrat, sang der Lehrer zusammen mit den letzten sechs Kindern für sie das Abschiedslied „Im schönsten Wiesengrunde ist meiner Heimat Haus“. Anne Pressburger hat das nie vergessen und uns das Lied während eines Gesprächs vor vielen Jahren am Telefon vorgesungen. Sie erinnerte sich, dass er ein gütiger und feiner Lehrer war, geliebt von allen Kindern.
Friederike und Arnold Isenberg waren 51 und 52 Jahre alt, als sie am 26. April 1942 zusammen mit fünf anderen Rexinger Jüdinnen und Juden in das Durchgangslager Isbiza in Ostpolen deportiert wurden. Keiner von ihnen hat überlebt. Wenn sie nicht schon dort an Hunger, Krankheit, Misshandlungen oder bei Erschießungen starben, wurden sie in Belschez oder in Sobibor im Gas ermordet. Im November 2014 wurden in der Lichtenbergstraße zwei Stolpersteine für sie gelegt. In Zukunft wird auch diese Bibliothek mit ihrem Namen an die Beiden erinnern.
Hier die dazugehörigen Links: Gedenkblatt Arnold Isenberg und Friederike Isenberg geb. Leopold