Mittendrin - Eröffnungsveranstaltung 15.10.2026 in Offenburg

Vorstellung des Veranstaltungskonzept für den Synagogenverein, die Stadt Horb und ihre Kooperationspartner

Verein

Vorstellung der landesweiten Kooperation des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg zur jüdischen Geschichte und heutigem jüdischen Leben durch die Vorsitzende des Synagogenvereins Andrea Dettling in Offenburg

Landesweite Kooperation des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg bringt jüdische Geschichte und heutiges jüdisches Leben stärker ins öffentliche Bewusstsein – Veranstaltungsreihe mit Beiträgen aus Horb am Neckar hat begonnen.

Wie vielfältig jüdische Geschichte und jüdisches Leben in unserer Region sind, zeigt sich in Horb am Neckar an vielen Orten. Mit der landesweiten Kooperation „Mittendrin – Jüdisches Leben im Südwesten“ sollen diese Zeugnisse stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Bei der Eröffnungsveranstaltung in Offenburg stellte Andrea Dettling, Vorsitzende des Träger- und Fördervereins Ehemalige Synagoge Rexingen, die Aktivitäten und Planungen für Horb vor. Sie sprach dabei auch stellvertretend für die teilnehmenden Kultureinrichtungen der Stadt Horb und die hiesigen Kooperationspartner.

Andrea Dettling stellt das Veranstaltungskonzept für den Synagogenverein und die Stadt Horb vor.
Andrea Dettling stellt das Veranstaltungskonzept für den Synagogenverein und die Stadt Horb vor.

Das Stadtgebiet Horb verfügt über drei jüdische Gedenkorte und sechs jüdische Friedhöfe. In Rexingen befinden sich die ehemalige Synagoge und einer der größten jüdischen Friedhöfe der Region mit fast 1.000 Gräbern. In Horb erinnert das Museum Jüdischer Betsaal an die Geschichte der jüdischen Gemeinde. Im Stadtteil Nordstetten widmet sich das Berthold-Auerbach-Museum im Schloss dem Leben und Werk des jüdischen Schriftstellers; dort befinden sich auch eine Mikwe und ein jüdischer Friedhof. Weitere jüdische Friedhöfe in Mühlen, Mühringen und Dettensee zeugen von den einstigen jüdischen Gemeinden.

<strong>Neue Partner, neue Perspektiven</strong>

Der Synagogenverein und die Stadt Horb haben sich frühzeitig vernetzt, um in Kooperation mit weiteren Projektpartner ein breites Angebot zu jüdischer Geschichte und Gegenwart auf die Beine zu stellen und die Möglichkeiten der Landeskooperation für die Region zu nutzen. Über die Verbindungen des städtischen Kulturmanagements konnten weitere Kooperationspartner gewonnen werden, die sich 2027 mit jüdischer Geschichte und jüdischem Leben in der Gegenwart beschäftigen werden.

Gemeinsam entsteht ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm, das bereits vergangene Woche mit einer Lesung zu der jüdischen Autorin Lotte Paepcke im Berthold-Auerbach-Museum startete und mit der Aufführung der Operette „Heute Nacht, Fräulein“ des jüdischen Emigranten Walter Kaufmann einen ersten Höhepunkt in Kloster erlebte. Neben dem traditionellen Angebot des Synagogenvereins mit Konzerten, Führungen, Ausstellungen und Stolpersteinverlegungen sollen dabei auch neue Zielgruppen angesprochen werden.

Einen offenen Zugang zu jüdischen Themen bieten beispielsweise die geplante Kunstausstellung KUNST im RATHAUS „Alles Jud, oder was?“ im Horber Rathaus. Digitale Rundwege führen per App zu Themen wie „Horb unter dem Hakenkreuz“ und „Horb stolpert“. Die kommenden Lesungen und Vorträge in der Reihe des Berthold-Auerbach-Literaturkreises werden alle unter diesem Thema stehen. Ebenso sind Konzerte, Film- und Theateraufführungen vorgesehen.

<strong>Jüdisches Leben heute im Mittelpunkt</strong>

Ein besonderes Anliegen ist dem Synagogenverein, den Blick nicht allein auf die Geschichte und die Verfolgung jüdischer Menschen zu richten, sondern auch auf das jüdische Leben in der Gegenwart. „Es liegt vielen Jüdinnen und Juden am Herzen, dass wir nicht nur der toten Juden gedenken, sondern uns aktiv für ein jüdisches Leben heute in Sicherheit und Frieden einsetzen“, betonte Dettling in ihrer Rede.

Zwei Veranstaltungen des Synagogenvereins werden diesen Gedanken besonders aufgreifen. Im April soll die Hilfsorganisation Keren Hayesod ihre Arbeit in Israel und Deutschland vorstellen. Im November ist ein Gespräch mit dem bekannten Extremismusexperten Ahmad Mansour über „Antisemitismus in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023“ geplant.

2027- <strong>Ein besonderes Jahr für den Synagogenverein</strong>

Für den Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen kommt die Landeskooperation zu einem besonderen Zeitpunkt: 2027 feiert der 1997 gegründete Verein sein 30-jähriges Bestehen. Das Jubiläum soll Anlass sein, die bisherige Arbeit fortzuführen und zugleich neue Menschen für die jüdische Geschichte der Region und das jüdische Leben heute zu interessieren.

Bei der Eröffnungsveranstaltung in Offenburg wurde die Bedeutung des gemeinsamen Engagements unterstrichen. Die Veranstaltung wurde per Videokonferenz auch nach Schwäbisch Hall übertragen, wo zeitgleich eine zweite Eröffnungsveranstaltung stattfand. Dr. Christopher Dowe überreichte am Schluss Andrea Dettling eine Dankesurkunde des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg. Darin würdigte die Leiterin des Hauses der Geschichte Frau Dr. Hecht-Zeiler die engagierte Mitwirkung des Synagogenvereins und die gemeinsame Gestaltung eines vielfältigen Programms in Horb. Ziel der landesweiten Kooperation sei es, sich gemeinsam für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft starkzumachen.

Mittendrin - Dankesurkunde an den Verein Ehemalige Synagoge Rexingen e. V. von Dr. Cornelia Hecht-Zeiler
Mittendrin - Dankesurkunde an den Verein Ehemalige Synagoge Rexingen e. V. von Dr. Cornelia Hecht-Zeiler

Im Anschluss stellte Dettling in Vertretung des Sprechendenrates die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen Baden-Württemberg (LAGG) mit ihren mehr als 80 Mitgliedseinrichtungen und -initiativen vor. Für Herbst 2027 sind ein Vernetzungsprojekt mit Filmvorführungen zum Fotografen Fred Stein und eine Tagung zu aktuellen Fragen und Diskussionen rund um das Thema „Jüdisches Leben heute – mittendrin?“ vorgesehen.

„Schauen Sie vorbei in Horb am Neckar und befassen Sie sich mittendrin im Land mit der jüdischen Geschichte und dem jüdischen Leben heute“, lautete Dettlings Einladung an die Besucherinnen und Besucher der Eröffnungsveranstaltung. Weitere Informationen zum Programm werden im Laufe der kommenden Monate veröffentlicht.
(A. Dettling)

Dr. Christopher Dowe vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg überreicht die Dankesurkunde für die engagierte Mitwirkung an der landesweiten Kooperation „Mittendrin. Jüdisches Leben im Südwesten“ an die Vorsitzende des Rexinger Synagogenvereins Andrea Dettling
Dr. Christopher Dowe vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg überreicht die Dankesurkunde für die engagierte Mitwirkung an der landesweiten Kooperation „Mittendrin. Jüdisches Leben im Südwesten“ an die Vorsitzende des Rexinger Synagogenvereins Andrea Dettling