Art: Ausstellung
Datum: 6. Juli bis 11. Oktober 2020
Zeit: Sa. und So., 14–17 Uhr
Ort: Museum Jüdischer Betsaal Horb

Die Ausstellung ist Ergebnis eines großen Forschungsprojekts, das Ende 2019 abgeschlossen werden konnte.

Am Anfang stand eine Ausstellung des Rexinger Synagogenvereins, in der Akten aus dem Horber Finanzamt gezeigt wurden. Sie belegten die letzte Ausraubung der jüdischen Familien, die 1941/1942 in die Vernichtungslager deportiert wurden.

Es entstand das Bedürfnis, den Prozess der beruflichen und wirtschaftlichen Vernichtung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus für ganz Württemberg und Hohenzollern grundlegend zu erforschen und in Buchform und in einer Ausstellung zu dokumentieren. Mit Unterstützung des Landesarchivs Baden-Württemberg konnte der Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb das Projekt 2013 starten, an dem sich schließlich 29 Forscherinnen und Forscher beteiligten.

Sie erarbeiteten z.B. die Geschichte von Textilbetrieben in Hechingen und Göppingen, die unter Zwang verkauft werden mussten. Die erzwungene Aufgabe der jüdischen Verleger der Schwarzwälder Bürger-Zeitung in Rottweil oder der Zwangsverkauf der Schramberger Majolikafabrik werden ebenso wie die Schicksale jüdischer Viehhändler, Metzger, Ärzte, Rechtsanwälte und Textilhändler beschrieben.
Die Aktivitäten der führenden NS-Täter im Oberfinanzpräsidium, in der NS-Devisenstelle und in der Gauleitung in Stuttgart erforschte der Historiker Martin Ulmer. Er konnte ein Netzwerk der Korruption und Selbstbereicherung rekonstruieren. Abgeschlossen wurde das Projekt mit Aufsätzen über die ernüchternde Restitution von Raubgut an jüdische Familien nach 1945.

Nach sechs Jahren meist ehrenamtlicher Forschungsarbeit liegen jetzt ein Grundlagenwerk in 42 Aufsätzen und eine große Ausstellung vor – ein Landesprojekt gegen das Vergessen, mit lokalem und regionalem Bezug.

Art: Führung
Datum: So., 26. Juli 2020
Zeit: 14 Uhr
Ort: Treffpunkt: Ehemalige Synagoge Rexingen

Warum nannte man Rexingen früher Siggesmauchem?
Was hat es mit dem „schiefen Haussegen“ auf sich?
Wie unterschied sich der Lehrplan für die jüdischen Kinder von dem für die katholischen Kinder im gemeinsamen Schulhaus? 
Was hat das Dorf Shavei Zion im Norden von Israel mit Rexingen zu tun?
Wann war die letzte Beerdigung auf dem jüdischen Friedhof?
Was geschah mit den Häusern und dem persönlichen Eigentum der Deportierten?
Diese und viele andere Fragen werden bei der Führung auf dem jüdischen Themenweg erörtert.

Rexingen, heute ein Teilort von Horb am Neckar, hat neben den Kulturdenkmälern Ehemalige Synagoge und Jüdischer Friedhof seinen Besuchern noch andere geschichtsträchtige Häuser bzw. Plätze zu bieten. Die meisten jüdischen Familien lebten im so genannten „Unterdorf“ in der Freudenstädter Straße, der Bergstraße, der Lichtenbergstraße und in der Kirchstraße. Also in der Nähe der Synagoge, der katholischen Kirche und der Volksschule. Dort waren auch die Geschäfte: Kolonialwarenhandlungen, koschere Metzgereien und Gasthäuser. Ein Gang durchs Dorf, ausgehend von der Ehemaligen Synagoge. vorbei an verschiedenen ausgewählten Stationen und anschließend hinauf in den Laubwald zum jüdischen Friedhof vermittelt einen lebendigen Eindruck vom früheren Dorfleben mit seiner katholisch-jüdischen Nachbarschaft. Etliche Stolpersteine entlang des Weges erinnern an die Zeit der Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Gemeinde.  

Termin:
Sonntag, 26. Juli, 14.00 Uhr
Treffpunkt: Ehemalige Synagoge, Freudenstädter Straße 14, Horb-Rexingen
Dauer: ca. 2-3 Stunden Guide: Barbara Staudacher
Die Führung ist kostenlos. 

Bitte beachten Sie die beschränkte TeilnehmerInnenzahl von 15 Personen.
Anmeldung erforderlich unter 07451/620689. Weitere Informationen unter rexinger-themenwege im Internet.

Art: Ausstellung
Datum: noch bis 7. Juni 2020
Zeit: Sa. und So. von 14 bis 17 Uhr
Ort: Museum Jüdischer Betsaal Horb

Am 8. November 1939 verübte der Schreiner Georg Elser im Münchener Bürgerbräukeller ein Attentat auf Adolf Hitler.
Er wusste, dass Hitler an diesem Tag, dem Jahrestag des Hitlerputsches von 1923, dort sprechen würde. Er verschaffte sich Zugang zum Veranstaltungsraum und installierte dort in nächtelanger Arbeit einen Sprengkörper mit Zeitzünder. Da Hitler kurze Zeit vor der Explosion unerwarteterweise den Saal verließ, entging er dem Anschlag.
Georg Elser wurde noch am selben Abend in Konstanz festgenommen. Nach langen Verhören gestand er das Attentat. Er wurde fünf Jahre in völliger Isolation im KZ Sachsenhausen festgehalten und am 9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende, im KZ Dachau erschossen. Nach 1945 verstellten Legenden und Lügen den Blick auf Georg Elser. Erst mit der Veröffentlichung der Gestapo-Verhörprotokolle 1970 begann sich sein Bild zu wandeln.

Die Ausstellung "Ich habe den Krieg verhindern wollen – Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939" wurde von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin und der Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg erstellt und wandert seit einigen Jahren durch ganz Deutschland.

Eröffnung
Sonntag, 26. Januar, 16.00 Uhr,

anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages.
Josef Seibold von der Georg-Elser-Gedenkstätte in Königsbronn führt in die Ausstellung ein.

Veranstalter
Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen
Kreisvolkshochschule Freudenstadt

Art: Studienabend
Datum: 11. Dezember 2019
Zeit: 19.00 bis 22.00 Uhr
Ort: Museum Jüdischer Betsaal

Mit seinem Werk „Die Kunst des Betens“ gibt Gabriel Strenger dem deutschsprachigen Lesepublikum einen Einblick in das Beten traditioneller Juden.

Das Buch ist ein spiritueller Leitfaden zum Gebet und schöpft aus der Breite und Tiefe des Quellenschatzes im rabbinischen Judentum – Bibel, Talmud, Kabbala und Chassidismus. Es geht sowohl auf die Gebetsstrukturen als auch auf die Feinheiten der hebräischen Sprache ein.
Am Studienabend wird Gabriel Strenger den Teilnehmer*innen die Theorie und Praxis des jüdischen Betens vermitteln.

Programm mit Vortrag und Gesang
Jüdisches Beten als spirituelle Praxis:
1. Gebet und Meditation
2. Struktur der jüdischen Liturgie
3. Ziele des Gebets:
a. Welt- und Selbst-Heilung
b. Gottesnähe
c. Integration, Ganzwerdung

Teilnahme/Anmeldung
Die Teilnahme an dem Studienabend ist kostenlos.
Um den Abend besser planen zu können, bitten wir um Ihre Anmeldung unter:
Tel. 0 74 51 / 62 06 89

Art: Buchvorstellung
Datum: 10. Nov. 2019
Zeit: 16:00 Uhr
Ort: Kloster Horb, Theatersaal

Buchvorstellung zum Jahrestag des Novemberpogroms 1938
Sonntag, 10. Nov. 2019, 16.00 Uhr.

Der dritte Band in der Reihe „Jüdische Friedhöfe der Stadt Horb“ beschreibt, wie sich in einem Zeitraum von etwa 80 Jahren in Horb inmitten einer überwiegend katholischen Nachbarschaft eine vielfältige schwäbisch-jüdische Kultur entwickelte. Umfangreiche Recherchearbeiten im Stadtarchiv bilden die Grundlage, auf der 32 Autor*innen diese Geschichte erzählen. In enger Zusammenarbeit mit dem Rexinger Synagogenverein ist eine fundierte Dokumentation zur Entstehung, Blüte und Vernichtung der jüdischen Gemeinde in Horb entstanden.

Von den sechs jüdischen Gemeinden, die sich bis ins 20. Jahrhundert hinein auf dem heutigen Stadtgebiet der Großen Kreisstadt befanden, war die Horber Gemeinde die kleinste und die jüngste. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem den Juden die freie Wohnortwahl gestattet war, zogen die ersten Familien aus den umliegenden Dörfern nach Horb. Sie kamen aus den LandgemeindenDettensee, Mühlen, Mühringen, Nordstetten und Rexingen. Horb bot ihnen eine städtische Infrastruktur wie die Bahnstation, weiterbildende Schulen, ein Krankenhaus und die Möglichkeit, ihre kleinen ländlichen Läden und Betriebe in der Stadt zu erweitern und neue Kundenkreise zu erschließen. Der Rabbinatssitz wurde 1913 von Mühringen nach Horb verlegt, dem schnell anwachsenden neuen Zentrum des Schwarzwaldkreises.

Im Hauptteil des Buches werden viele der Familien biografisch vorgestellt. Das Zusammenleben von Christen und Juden in Horb, Erinnerungen an die jüdischen Nachbarn, die NS-Zeit mit dem Ende der noch jungen Gemeinde und eine Volldokumentation des jüdischen Friedhofes im Neckartal sind weitere Schwerpunkte des Bandes.

Vom Leben in Horb am Neckar.
Die jüdische Gemeinde und ihr Friedhof
Herausgegeben vom Stadtarchiv Horb und vom Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen. Dritter Band der Reihe „Jüdische Friedhöfe der Stadt Horb“.
Festeinband, Fadenheftung, 413 Seiten. ISBN 978-3-95505-118-1, Euro 30.
Zu beziehen am Büchertisch am 10. November im Kloster,
über den Buchhandel oder im Museum Jüdischer Betsaal Horb zu den Öffnungszeiten.