05. September 2018 in Veranstaltungen

Henryk Wieniawski – Portrait eines jüdischen Geigers

Jochen Brusch und Clemens Müller
Jochen Brusch und Clemens Müller
Art: Konzert
Datum: Sonntag, 16. Sept. 2018
Zeit: 18.00 Uhr
Ort: Ehemalige Synagoge Rexingen

Jochen Brusch, Violine und Moderation, und Clemens Müller, Klavier, stellen den polnischen Meistergeiger und Komponisten Henryk Wieniawski vor.

Henryk Wieniawski (1835–1880) entstammte einer jüdischen Akademikerfamilie aus Lublin. Schon früh erhielt er von seiner Mutter, der Pianistin Regina Wieniawska-Wolff, Musikunterricht.
Mit fünf Jahren spielte er seine erste Violine und wechselte bereits nach kurzer Zeit ans Warschauer Konservatorium. Im Alter von acht Jahren wurde er am Pariser Konservatorium angenommen und erhielt dort mit 13 Jahren eine Goldmedaille verliehen.
Im Salon seiner Mutter begegnete er der Elite polnischer Emigranten, darunter Frédéric Chopin und Adam Mickiewicz. Mit seinem jüngeren Bruder Józef studierte er am Konservatorium Komposition.
Im Alter von 15 Jahren ging er auf Konzerttourneen. Während dieser Zeit begegnete er Robert Schumann und Anton Rubinstein. Zwischen 1860 und 1872 lebte er in Sankt Petersburg als kaiserlicher Kammervirtuose und hatte dort großen Einfluss auf die Entwicklung der russischen Violinschule. Danach unternahm er eine zweijährige Nordamerikatournee. 1875 übernahm er eine Professur am Konservatorium Brüssel, jedoch ohne seine internationalen Konzertreisen zu unterbrechen. Er verstarb während einer Russlandtournee am 31. März 1880 in Moskau.
Im Andenken an Wieniawskis 100. Geburtstag und an sein Schaffen wurde 1935 in Warschau der nach ihm benannte Violin-Wettbewerb organisiert. Seit 1952 findet dieser im Abstand von fünf Jahren in Posen statt.

Jochen Brusch
Violinstudium an den Musikhochschulen in Duisburg, Essen und Hannover. Konzertdiplom am „Royal College of Music“ in London. Geiger in einem Klaviertrio in Dänemark, gefolgt von einer Zeit als Konzertmeister der „Essener Philharmonie“. Jochen Brusch lebt heute in der Universitätsstadt Tübingen, wo er sich mit einem vielseitigen musikalischen Schaffen etabliert hat. Als Geiger spielt er die großen Violinkonzerte von Mozart, Mendelssohn, Beethoven, Brahms, und Paganini, die Solowerke von Bach und Ysayes Solosonaten. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt den Werken jüdischer Violinvirtuosen und Komponisten. Seine von S.P. Greiner erbaute Geige ist eine Kopie der legendären Guarneri, die einst von Paganini gespielt wurde.

Clemens Müller
Seine Vielseitigkeit als Solist, Liedpianist und Kammermusikpartner führte Clemens Müller zu Auftritten bei wichtigen Festivals wie den Schwetzinger Festspielen, den Donaueschinger -Musiktagen, dem Bayreuther Osterfestival und dem Europäischen Liedforum Berlin. Konzertreisen nach Korea, Japan, Taiwan und Vietnam. Rundfunk- und Fernsehausstrahlungen durch den SWR, WDR, BR, HR, SR und Deutschlandfunk. Clemens Müller unterrichtet an der Musikhochschule Trossingen Klavier und Liedgestaltung für Sänger und Pianisten.

 

 

Gäste: Jochen Brusch, Geige, und Clemens Müller, Klavier
Eintritt: 10,– / 8,– Euro
Adresse: Freudenstädter Str. 16, 72160 Horb-Rexingen